Woraus setzt sich eine ISBN zusammen? 3


 

Woraus setzt sich eine ISBN zusammen?

by Eitler Snob
Die ISBN-10 ist eine 10-stellige Ziffernfolge, die vier kodierte Informationen enthält: Gruppennummer, Verlagsnummer, Titelnummer und Prüfziffer. Die gedruckte oder geschriebene Form muss nach ISO 2108 mit der Buchstabenfolge „ISBN“ eingeleitet werden, die vier Teile der Nummer müssen durch Bindestriche (empfohlen) oder Leerzeichen getrennt werden. Im Rahmen von elektronischer Datenverarbeitung ist die Verwendung ohne Trennzeichen zulässig. Die Nummer bleibt auch ohne Trennzeichen eindeutig.

Die vier Bestandteile der ISBN werden wie folgt kodiert:

1. Die Gruppennummer (auch Ländernummer genannt) ist eine Kennzahl für eine nationale, geographische, Sprach- oder sonstige geeignete Gruppe. Die Gruppennummer wird von der Internationalen ISBN-Agentur festgelegt und kann unterschiedlich viele Ziffern enthalten. Nachfolgend einige Beispiele; weitere sind unter dem Stichwort ISBN-Gruppennummer aufgeführt:
* 0 bzw. 1 – englischsprachiger Raum (England, USA, Australien, Indien)
* 2 – französischsprachiger Raum
* 3 – deutschsprachiger Raum
* 4 – Japan
* 82 – Norwegen
* 87 – Dänemark
* 88 – Italien
* 99953 – Paraguay
2. Die Verlagsnummer ist eine unterschiedlich lange Kennzahl für den Verlag. Diese wird von der nationalen oder regionalen ISBN-Agentur vergeben. Für Deutschland ist dies die ISBN-Agentur in Frankfurt am Main.
3. Dann folgt die vom Verlag vergebene Titelnummer (auch Bandnummer genannt). Der Verlag (oder Drucker u. Ä.) ist frei in der Verwendung, allerdings müssen verschiedene Produkte differenziert werden, also separat verkäufliche Bände, unterschiedliche Einbände usw. Hinsichtlich der Behandlung von Auflagen gibt es keine Regel.
4. Zum Schluss wird eine Prüfziffer angegeben. Die Prüfziffer ermöglicht das Erkennen von Tippfehlern in einer ISBN: erkannt werden kann ein einzelner Tippfehler und die Vertauschung von zwei Ziffern. Für Endkunden ist dies über den kostenlosen ISBN-Check möglich, der bei falscher Prüfziffer oder Länge eine Liste möglicher korrekter ISBN ausgibt (eine selbstständige eindeutige Korrektur ist nicht möglich). Die Berechnung der Prüfziffer erfolgt so, dass die gewichtete Quersumme (mit den Gewichten 10, 9, 8, …, 2 und schließlich 1) modulo 11 den Wert 0 ergibt. Um den Verlagen die Weiterbenutzung ihrer Titelnummern zu ermöglichen, das heißt um alle Zahlen zuzulassen, hat man die Prüfziffer 10 durch den Buchstaben X codiert. Die ISBN-Agentur empfiehlt allerdings, dass diese Nummern nicht vergeben werden, da sie bei der numerischen Eingabe Probleme bereiten können. Als Prüfnummer kann aber X vorkommen.

Woraus setzt sich eine ISBN zusammen?

Da die Stellenzahl der ersten drei Bestandteile variabel ist, gilt: Bei der Gruppen- und Verlagsnummer richtet sie sich nach dem Umfang der Verlagsproduktion der Gruppe bzw. des Verlages. Je höher die Titelproduktion, desto weniger Stellen hat die Gruppen- beziehungsweise Verlagsnummer.

Bis 2005 war der Nummernraum der bis dahin für Bücher verwendeten ISBN-10 9-stellig, da die zehnte Ziffer eine Prüfziffer ist. Da es in Osteuropa und im englischen Sprachraum Schwierigkeiten gab, für neue Verlage und Publikationen Nummern zu vergeben, wurde die ISBN-13 eingeführt. Seit 1. Januar 2007 ist die Angabe der ISBN-13 Pflicht und die ISBN-10 kann entfallen. ISBN-13 und EAN-13 sind identisch.

Den bisherigen ISBN-10 wird die Ziffernfolge „978“ bzw. „979“ vorangestellt, die innerhalb der EAN für Verlagsprodukte vorgesehen ist. Die letzte Ziffer ändert sich dadurch, denn die Prüfziffer wird mit dem EAN-Verfahren aus allen vorangehenden Ziffern berechnet. So wird aus der ISBN-10 „3-86640-001-2“ die ISBN-13 „978-3-86640-001-6“. Die Prüfziffer einer ISBN-13 ist stets eine arabische Ziffer. Da die ersten Ziffern der EAN normalerweise für das Herkunftsland stehen (z. B. „3“ für den deutschsprachigen Raum) werden die so berechneten EAN auch als „Buchland-EAN“ (engl. „Bookland“) bezeichnet. (sozusagen: „Dieser Artikel kommt aus dem Land der Bücher!“)

Mit den neuen Verträgen bekommt die Verlagswelt noch eine weitere Zahlengruppe zugewiesen, die „979“. Damit verdoppelt sich der zur Verfügung stehende Nummernraum. Eine weiterer Grund für die Umstellung ist der internationale Erfolg der Standard-EAN: Auch die USA treten diesem System bei. Damit können Bücher aus Europa in die Warenwirtschaftssysteme des US-Handels übernommen werden und umgekehrt, ohne dass aufwändige Neuauszeichnungen mit nationalen Strichcodes nötig sind.

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3 Gedanken zu “Woraus setzt sich eine ISBN zusammen?

  • Annette S

    Die müßte eigentlich wie der EAN-Code aufgebaut sein und wird überwiegend im Verlagswesen benutzt. Der EAN-Code besteht aus 13 Zahlen. Die erste Zahl ist die Länderkennzeichnung (für Deutschland eine 4), dann kommt die Betriebsnummer (6-stellig), dann die Artikelnummer des Produktes (meistens 5-stellig) und zum Schluß die Prüfziffer.

  • carma_pary

    Ich hätt’s auch ohne Wiki gewusst, das hab ich nämlich mal in der Berufsschule gelernt…

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